Für viele Beschäftigte in Deutschland ist das Arbeiten von zu Hause längst Alltag. Der aktuelle DEKRA Arbeitssicherheitsreport 2025 zeigt: Rund ein Viertel der Arbeitnehmer*innen nutzt regelmäßig das Homeoffice. Besonders geschätzt werden die gewonnene Freiheit und der Zeitgewinn – neun von zehn Befragten betonen, wie wertvoll der wegfallende Arbeitsweg ist. Drei Viertel genießen zudem die Möglichkeit, ihren Job in lockerer Kleidung erledigen zu können.
Präsentismus 4.0 – wenn Erholung auf der Strecke bleibt
Die Kehrseite dieser Flexibilität ist allerdings deutlich spürbar. Zwei Drittel der Befragten gaben an, schon im Homeoffice gearbeitet zu haben, obwohl sie krank oder sogar krankgeschrieben waren – viele davon nicht nur einmal. Dieses „Arbeiten wider besseres Wissen“ wird auch als Präsentismus bezeichnet. Kurzfristig mag es praktisch erscheinen, sich trotz Krankheit einzuloggen, doch die Folgen können gravierend sein: Genesungsprozesse verzögern sich, und langfristig drohen gesundheitliche Schäden.
Belastungen im heimischen Arbeitsumfeld
Neben dem Präsentismus zeigen sich weitere Risiken des mobilen Arbeitens. Jeder fünfte Beschäftigte berichtet von verlängerten oder unregelmäßigen Arbeitszeiten – häufig in den Abendstunden oder am Wochenende. Hinzu kommen äußere Störfaktoren: 21 % nennen Ablenkungen durch Familie, Mitbewohner*innen oder die Wohnsituation als Problem. Ebenfalls rund ein Fünftel arbeitet an einem unzureichend ausgestatteten Arbeitsplatz, was Rücken- und Kopfschmerzen oder Verspannungen begünstigt.
Verantwortung der Arbeitgeber
Unternehmen stehen in der Pflicht, auch beim mobilen Arbeiten für sichere und gesundheitsgerechte Bedingungen zu sorgen. Dazu gehören rechtlich vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilungen, aber auch praktische Maßnahmen: digitale Tools zur Analyse der Arbeitsplatzsituation, ergonomische Beratung sowie Schulungen für Mitarbeitende. Entscheidend ist zudem eine Unternehmenskultur, die nicht Leistung um jeden Preis einfordert, sondern Erholung und Regeneration ausdrücklich unterstützt.
Fazit
Das Homeoffice bleibt ein attraktives Modell – es spart Zeit, schafft Freiräume und bietet Komfort. Doch ohne klare Regeln und präventive Maßnahmen besteht die Gefahr, dass gesundheitliche Belastungen übersehen werden. Eine Kombination aus technischer Unterstützung, ergonomischen Lösungen und einer gesundheitsbewussten Führungskultur kann dazu beitragen, mobiles Arbeiten langfristig produktiv und nachhaltig zu gestalten.
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